Arbeitskreis „Marginalisierte-gestern und heute!“

c/o Haus der Menschenrechte und Demokratie

Greifswalder Str. 4

10405 Berlin





STIFTUNG – SPUREN

Herrn

Gunter Demnig

D-50226 Frechen

Berlin, 12.04.2016


Antwort auf den Offenen Brief von Gunter Demnig/

betr.: STOLPERSTEINE /

hier: Inschriften


Sehr geehrter Herr Demnig,

wir finden die Idee mit den Stolpersteinen gut, aber nicht um jeden Preis. Ja, uns missfallen nicht nur die Begriffe wie ‚Rassenschande’, ‚Gewohnheitsverbrecher’, ‚Volksschädling’ auf Stolpersteinen, sondern vor allem der öffentliche Gebrauch solcher Begriffe als Instrumente des Gedenkens und Erinnerns. Denn der Stolperstein gibt bekanntlich keine Antworten.

Im Gegensatz zu Ihnen meinen wir, dass der Gebrauch oben genannter Begriffe für eine Erinnerung und ein Gedenken an Menschen, an denen faschistische Verbrechen verübt wurden, unverantwortlich ist. Und es geht dabei weder um „Missgunst“ noch um „hetzerische Propaganda“, sondern um den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Ruf der Toten.

Bei jüdischen und aus politischen Gründen Verfolgten / Ermordeten steht kein Haftgrund auf dem Stolperstein – eben um sie nicht (noch einmal) zu diffamieren. Warum ist es dann nach Ihrer Ansicht legitim, Verfolgte mit den Zuschreibungen „asozial“ und „kriminell“ im Tode weiter zu diffamieren und zu stigmatisieren?

Ja, und wir sind mit Ihnen hinsichtlich dessen, dass Sie letztlich allein bestimmen (wollen), was auf dem Stein steht, grundsätzlich anderer Meinung. Denn bei allen übrigen Personenkreisen wird immer nach Angehörigen geforscht, und diese müssen entscheiden, ob sie überhaupt diese Form des Gedenkens wollen. Das ist übrigens auch in Argentinien so, wo unabhängige ForensikerInnen sich bei jedem Schritt ihrer gefundenen Informationen auf die Suche nach Angehörigen machen und mit denen nach jedem Schritt neu herausgefundener Tatsachen das weitere Vorgehen besprechen. Wieso sollte dies hier anders sein?

Und noch was: Man kann zwar – so wie Sie es tun – antworten, es handele sich um „Kunst“. Doch auch „Kunst“ ergreift natürlich immer Partei. Sie war niemals neutral und wird es nie sein.

Wir befassen uns mit diesen, für die breite Öffentlichkeit sozusagen unattraktiven Personenkreisen. Jeden Einzelfall betrachtend, stellen wir immer wieder fest, dass diese Menschen keine Möglichkeit hatten, in der Zeit der Weimarer Republik und dem deutschen Faschismus anders zu leben als sie dann tatsächlich lebten.

Wie Sie wissen, lebten diese Menschen auch im Rahmen von Gesetzen, so unter anderem mit dem Reichsstrafgesetzbuch (1871), der Reichsfürsorge-VO (1924), dem Erbgesundheitsgesetz (1933), den Maßregeln über Sicherung und Besserung (1933) sowie dem Gesetz zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung (1937). Im Kontext dieser Gesetze wurden die Stigmatisierungen aus der Weimarer Republik aggregiert und verfestigt. Menschen, denen wegen Erwerbslosigkeit „Arbeitsscheue“ zugeschrieben wurde, wurde gesetzlich ein „innewohnender Hang zum Verbrechen“ unterstellt. In den Karteien der Erwerbslosenfürsorge in den 1920er Jahren wurden wiederholt abwertende, diffamierende Einschätzungen der Mitarbeiter der Erwerbslosenfürsorge aufgenommen, die nach 1933 zu einer Bewertung mit „asozial“ führten.

Diese behördliche Begriffszuweisung „asozial“ und dieselbe Zuweisung durch Nachbarn, Ortsgruppenführer, öffentlichen Gesundheitsdienst etc. zerstörte Menschen und deren Familien bis in die heutige Zeit. Denn nicht nur erwachsenen Menschen galt diese Stigmatisierung, nein auch massenhaft ihren Kindern, die bereits nach der Geburt in Heimen als „asoziale“ Kinder geführt wurden - nicht gebildet, aber geschlagen wurden; ab dem 3. Lebensjahr zur Arbeit gezwungen und bereits ab dem 14. Lebensjahr aufgrund dieser Zuschreibung zwangssterilisiert wurden bzw. werden konnten. Soweit diese Menschen jemals frei wurden, hatten sie weder Schulbildung noch Ausbildung. Sie fanden keine existenzsichernde Tätigkeit. Auch ihre Kinder wurden in der Schule gequält und fanden häufig keine Ausbildungsstelle nach dem Schulabschluss. Noch heute stehen auch die Kinder der damals so genannten Asozialen namentlich in den alten NS-Akten, die nicht vernichtet sind. Der Forderung nach Löschung dieser Namen, wie das Elvira Manthey hinsichtlich ihrer Tochter verlangte, wird nicht nachgekommen. Und Elvira Manthey war 4 Jahre alt, als sie als „asoziales“ Kind in ein behördliches Kinderheim geriet und miterleben musste, dass ihre zweijährige kleine Schwester vergast wurde.

Und wie Sie wissen (müßten), wurden die aus sozialen und gesundheitlichen Gründen verfolgten Menschen nach 1945 nicht als „Opfer des Faschismus“ anerkannt. Sie wurden weder rehabilitiert noch in größerem Umfang für Deportation, Folter, Qualen, Gesundheitsschäden, Zwangssterilisationen, Zwangsarbeit oder Haft in KZ, Psychiatrien, Kinder- und Pflegeheimen, Arbeiterkolonien usw. entschädigt.

Ihr Credo, Herr Demnig ist: „Die Gefahr besteht: was wir verdrängen, wird sich wiederholen.“ Unser Motto lautet: „Verfolgungen, Folter und Ermordungen von Personen durch schäbige, abwertende Zuschreibungen, die wir nicht genauer untersuchen und entlarven, um hinter dem Stigma den Menschen in seiner spezifischen Situation in seinem Handeln verständlich zu machen, werden wieder unhinterfragt zur Verfolgung unter grausligen sozialen und politischen Umständen benutzt werden.“

Freilich haben wir es heute überwiegend nicht mehr mit den ZeitzeugInnen aus der Zeit zwischen 1933 bis 1945 zu tun, wohl aber mit ihren Kindern und ihren Enkeln, die in der erinnerungspolitischen Diskussion als „second generation“ benannt werden. Das Erfordernis ihrer Unterstützung ist aus den o. g. Gründen auch vom Bundesverband für NS-Verfolgte anerkannt; und zwar gilt dies hier für alle Personenkreise der Verfolgten.

Wir kennen inzwischen Menschen, die der ZeitzeugInnen-Generation und die der „second generation“ angehören. Meist über die rechtsradikalen Entwicklungen entsetzt, sind sie doch genauso fassungslos, dass ihren Angehörigen mit der (Schuld-) zuschreibung der Faschisten in der Öffentlichkeit gedacht wird. Auch andere Menschen, die in Gedenkstätten, der Literatur und auf Ihren Stolpersteinen Begriffe wie ‚Rassenschande’, ‚Gewohnheitsverbrecher’, ‚Volksschädling’ sehen, rufen uns an und fragen zum Beispiel, ob das nicht unter den Strafrechtsparagrafen der Volksverhetzung fällt, weil hier eindeutig abwertende Begriffe, die unter den Nazis existenzbedrohende Auswirkungen auf die Menschen hatten, genutzt werden. Unseres Erachtens fällt dies unter den Paragrafen 189 (Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener) StGB.

Warum sind die Nachkommen so fassungslos? Angehörige sind nicht nur über die posthume Diskriminierung, Diffamierung und Stigmatisierung ihrer Vorfahren erschrocken, sondern sie selbst werden in diese Abwertungsprozesse einbezogen. Ihnen wird faktisch die Haftung für das Tun der Toten aufgebürdet. Es greift in das Leben der zweiten und nachfolgender Generationen ein, wenn auf der Straße ein Stolperstein liegt, auf dem steht, dass die Oma „Gewohnheitsverbrecherin“ war. Plötzlich melden sich Bekannte nicht mehr. Nachbarn gucken die Angehörigen komisch an und beginnen zu tuscheln. Sie spekulieren darüber, ob die Nachfahren nicht ähnlich drauf sind, sogar wenn diese nach jahrzehntelanger Erwerbsarbeit unbeschadet die gesetzliche Altersrente erreicht haben. Urenkel werden auf Arbeit oder in ihrer Ausbildung auf die Urgroßoma angesprochen und gefragt, ob sie das nicht wussten oder wieso sie einen so wichtigen Sachverhalt nicht bei der Bewerbung angegeben haben. Die Veröffentlichung der Stigmata beschädigt den Ruf der Angehörigen und ihre soziale Einbindung, weil noch heute die Mehrzahl der Menschen glaubt, dass da „schon was dran gewesen sein muss“, wenn Menschen unter Hitler solche Zuschreibungen erhielten und dass sich solche „Schande“ weiter vererbt.

Warum ist das so? Das ist so, weil die Geschehnisse um die Personenkreise der „Asozialen“ und „Kriminellen“ bis heute unzureichend aufgearbeitet sind. Weder die DDR hatte noch der jetzige bundesdeutsche Staat hat daran ein gesteigertes Interesse, weil diese spezielle Stigmatisierung noch heute als Abschreckung benutzt wird und weiter wirkt – und damit z.B. nicht geleistete materielle und immaterielle Unterstützung für bedürftige Menschen sowie die Einsparungen in diesen Bereichen gerechtfertigt werden kann.

Um diese Aufarbeitungsdefizite zu mindern, hoffen wir auf die Unterstützung Ihrer Stiftung.

Die Bemerkungen von Frau Lieske an Sie, Herr Demnig, fügen wir als Inschriften in Ihren Originalbrief mit an.

Wir möchten Sie bitten, zukünftig auf die Verlegung von Pflastersteinen, die Inhalte stigmatisierenden Inhalts transportieren, selbst zu verzichten bzw. die Verlegung von der Belehrbarkeit und Einsicht der Verlegungsinteressenten abhängig zu machen, da Sie sonst dem Wortschatz des deutschen Faschismus entlehnte Stigmata gegenüber dem NS-System nicht genehmen Menschen fortführen.


Auf die künstlerische Freiheit können Sie sich dabei deshalb nicht berufen, selbst wenn sie die stigmatisierenden Bezeichnungen orthographisch kennzeichnen. Ihre Einschätzung über die Lernfähigkeit vieler Zeitgenossen können wir zudem gerade in der jetzigen Zeit, die sich in Fortführung des Zeitgeists ab 1933 heute wieder durch brennende Flüchtlingsheime und zunehmender Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen auszeichnet, nicht teilen.


Anne Allex, Liane Lieske

Arbeitskreis „Marginalisierte - gestern und heute!“

(www.marginalisierte.de)


Warum wir diesen offenen Brief schreiben

Dieser Offene Brief entstand aufgrund unserer Aktivitäten um die Setzung von Standards bei der Aufarbeitung von Biografien so genannter Asozialer und sogenannter Krimineller im deutschen Faschismus seit der Tagung im Max-Mannheimer-Institut in Dachau im Jahr 2013. Seit dem verfolgen wir aufmerksam und mit Erschauern sämtliche uns zugänglichen und bekannt werdenden Aktivitäten hinsichtlich des Erinnern und Gedenkens gegenüber dem oben genanntem Personenkreis.

Aufgrund der gelegentlichen Nennung dieser Toten als „Asoziale“ auf Grabmalen und sogar in perfiderer Form, indem man ihnen das von den Nazis auferlegte Stigma posthum in Form wörtlicher Rede z. B. auf vereinzelten Gedenkstelen in den ehemaligen Rummelsburger Arbeitshäusern bis in die heutige Zeit auferlegt, hatten wir beschlossen, darauf öffentlich hinzuweisen.

Nachdem wir die Geschichte von Frau Liane Lieske und ihrer Großmutter auf unserem gemeinsamen Projekt „Das Schweigen wird laut“ am 28. / 29.11.2015 in Berlin öffentlich thematisiert hatten, haben wir uns darauf verständigt, heute an Sie als Ideengeber des "Projekts Pflastersteine" vorerst einen offenen Brief zu schreiben. Gleichzeitig zielen wir damit auf all jene, die sich aus Gedankenlosigkeit oder anderen Beweggründen daran direkt oder indirekt beteiligen.


Anlagen:
Offener Brief im pdf-Format
Offener Brief von Gunter Demnig vom letzten Jahr unter
http://www.stolpersteine.eu/aktuell/

Derselbe mit Einfügungen von Liane Lieske

 

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Schreiben an Tucké Royale

anläßlich seiner Kooperationsanfrage, der Erklärung eines "zentralrates der Asozialen in Deutschland" sowie des Konzeptes der Aufführungen in Hamburg und Berlin

 

Hallo Tucké Royale, hallo Ihr anderen Mitstreiter_innen,

 

 am Freitag haben das Plenum unseres Arbeitskreis „Marginalisierte-gestern und heute!“ und unseres Vereins extramural e.V. - Verein für internationale Bildung gegen soziale Ausgrenzung sich eine Meinung über das Konzept eines „Zentralrates der Asozialen in Deutschland“ und die von Dir/ Euch im Internet verbreiteten Informationen gebildet.

 

 Wir lehnen die Form des Zentralrates als autoritäres und hierarchisches Konstrukt ab. Zentralräte vertraten in der Praxis oft nur Minderheiten großer Personenkreise. Wir kritisieren einhellig die Form des Zustandekommens des Zentralrates. Zentralräte sind gewählte Gremien von verschiedenen Gruppen aus den jeweiligen Gemeinden. Dies hier ist eine Kopfgeburt mit einem selbsternannten und von niemand legitimierten Sprecher. Der Zentralrat kann wegen fehlenden Unterbaus kein äquivalentes Mittel zur Durchsetzung von Forderungen auf einer staatlichen/ politischen Ebene sein. Sein fehlendes demokratisches Gewicht wird durch keinen wissenschaftlichen Beirat ersetzt. Wir empfinden den ZAiD als selbstermächtigende Anmaßung, die politische Gedenkarbeit durch einen Pop-Kakao zieht. Wir sprechen uns dagegen aus, gedenk- und erinnerungspolitische Arbeit in dieser Form theatralisch zu vermarkten.

 

 

Wir befürchten, dass dies unsere Zusammenarbeit mit Überlebenden, Zeitzeug_innen, Wissenschaftler_ innen und allen anderen von Einkommensarmut gezeichneten bzw. sich damit kritisch befassten Menschen und Initiativgruppen sowie der Vereinigung des Naziregimes-Bund der AntifaschistInnen e.V., in der einige von uns mitarbeiten, diskreditiert.

 

 

Inzwischen haben wir in Erfahrung gebracht, dass auch andere politische Initiativen und Einzelpersonen, die mit dem Thema seit Anfang der 1990er Jahre befassen, nicht zur Konzepterarbeitung hinzugezogen wurden, wohl aber eine Verwertung ihrer Arbeitsergebnisse ohne deren Kenntnis und Zustimmung bereits geplant ist. Unangebracht finden wir, dass Ihr Euch vorhandene Formen wie z.B. den Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen einfach aneignet, der bereits seit Jahren als politische Veranstaltung – aber nicht am 30.04. - stattfindet. Wir hätten uns weit vor dem Zustandekommen eines Konzeptes einen Austausch gewünscht.

 

 

 

Euren kulturalistischen Ansatz finden wir ungeeignet für das Thema. Das Konzept ist philologisch fragwürdig, insbesondere wenn da von [fremdrassigen] Asozialen (neue Wortschöpfung!) die Rede ist. Wir finden es arrogant und eklig, wenn da ernsthaft behauptet wird, dass Obdachlosigkeit und Armut etc. selbst gewählte Lebensentwürfe seien. Anmaßend erscheint ebenfalls die Aufgabe des ZAiD, Arme und Obdachlose an der politischen Arbeit und Organisation des ZAiD zu beteiligen und sie unter dem Dach der Körperschaft öffentlichen Rechts zu verteidigen. Immer wieder versuchen selbsternannte und gutmeinende Vertreter_innen/ Körperschaften, Arme und Obdachlose unter ihr Dach/ ihre Führung zu versammeln. Das scheitert regelmäßig, weil Einkommensarme, Erwerbs- und Wohnungslose seit Ewigkeiten eigene weltweiteOrganisationsformen, Vernetzungenund Publikationsinstrumente haben, die jedes Mal von den neuen Dächern/ Führer_innen ignoriert werden, weil dies nicht in ihr Weltbild passt. Gut gemeint ist eben nicht gut!

 

 

Danke für das Angebot! Wir benötigen keine Promoter_innen. Wir haben eigene Filmemacher_innen, Webdesigner_innen und publizieren selbst. Wir haben Mailinglisten, Kooperationspartner_innen in Deutschland, im deutschsprachigen Raum, in Europa und der Welt. Wir führen jährlich mindestens sechs Veranstaltungen/ Aktionen in Berlin durch, oft auch in anderen Städten. Auf unserer jährlichen Berliner Aktion haben wir Euch noch nicht gesehen.

 

 

Ihr geht von einem westlichen Identifikationsbegriff aus. Der Zentralrat der Asozialen will eine Lobby ersetzen. Das würde voraussetzen, dass sich Verfolgte des Nazi-Regimes mit dem Stigma „asozial“ identifizieren. Das tut niemand, da es sich eben nicht um eine menschliche Charaktereigenschaft handelt. Hier geht es weder um Satire und noch um Pop. Denn diese von außen durch die Nazis zugeschriebene Stigmatisierung hat tausenden Menschen das Leben gekostet. Sie hat auf immer ihren Ruf ruiniert und ihre Leben, die ihrer Kinder und Kindeskinder verdorben. In diesem Kontext ist allein die Vorstellung eines „asozialen Empowerments“ zynisch. Einem Kollegen haben sich bei diesem Termini, wie er sagte, „die Fußnägel hochgerollt“.

 

Auf einer der unendlich vielen Internetseiten von ZAiD und Tucké Royale wird nach der Premiere bei Kampnagel auf ein Tortenessen mit Inge Hannemann hingewiesen. Das erinnert an den Spruch: "Wenn Ihr kein Brot habt, dann esst doch Gebäck!", den Marie-Antoinette 1782 abgelassen haben soll.

 

 

Im Konzept ist nicht erkennbar, wer überhaupt angegriffen wird. Auch kommt dort die Zeit des deutschen Faschismus viel zu kurz. Krass ist die Übertragung des Termini „asoziale“ Marginalisierte in die Jetzt-Zeit. Dies verharmlost die tausendfachen Nazi-Morde an sogenannten Asozialen auf Polizeiwachen, auf Straßen, in Wäldern, in Psychiatrien, in Konzentrationslagern, bei der Vernichtung durch Arbeit und in Tötungsanstalten. Denn so erscheinen die Zeiten als gleichgestellt. Solchen psychologisierenden Standpunkt vertreten wir nicht, sondern wir sehen eine Singularität der Naziverbrechen.

 

 

 

Der Arbeitskreis "Marginalisierte-gestern und heute!" möchte nicht kooperieren. Die angesprochenen Einzelpersonen sehen aus o.g. Gründen keine Grundlage für ihre Mitwirkung am wissenschaftlichen Beirat des ZAiD. Dennoch können wir uns aber eine Diskussion im Nachgang zu Deinen/ Euren Theatervorstellungen vorstellen, da wir zumindest positiv fanden, dass Ihr den Umgang mit den sogenannten Asozialen im deutschen Faschismus und in der Nachkriegszeit sowie das Schweigen der Bundesrepublik Deutschland in der Hülle der Kunst verpackt, ansprechen und verstärken wollt.

 

 

Sechs Personen würden sich in Berlin eine Vorstellungam 30.04.2015 ansehen, 10 Euro Festpreis je Person in der Studiobühne Яdes Maxim – Gorki - Theaters können wir aber nicht aufbringen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute!"
Extramural e.V. - Verein für unternationale Bildung gegen soziale Ausgrenzung

 

 

 

 

 

 

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Drei Schicksalspfähle sind zu mager


Gedenkort Rummelsburg - Bildmontage: HF

Berlin, 11.01.15 

 

 

 

Zur Einweihung des Gedenkortes Rummelsburg am 12.01.2015 mit drei Stelen erklären der Arbeitskreis „Marginalisierte - gestern und heute!“ und der Verein extramural e.V. - Verein für internationale Bildung gegen soziale Ausgrenzung:

 

Wenn heute an die Opfer sozialer Ausgrenzung und politischer Verfolgung in Rummelsburg unter verschiedenen Staatsformen von 1879 bis 1990 erinnert wird, ist dies eine exemplarische Geschichtsklitterung:
Der Umgang mit einkommensarmen, kranken bzw. ausgegrenzten Menschen in der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und vor allem im deutschen Faschismus werden verharmlost, die sozialen Verwerfungen in der Bundesrepublik seit ihrem Bestehen ausgeklammert.

Die Tatsache, dass sich das Rummelsburger Gelände auf dem Gebiet der ehemaligen DDR befand, wurde zur Verschleierung der Ursachen sozialer Stigmatisierung, Diskriminierung und Ausgrenzung im Kapitalismus und zur politischen Dämonisierung der DDR benutzt. Dieses Ergebnis des Runden Tisches für einen Gedenkort Rummelsburg verdeutlicht die Ansichten politisch etablierter Träger des Gedenkortprozesses.

Die undifferenzierte Einteilung in „gerechtfertigt“ Kriminelle und „politische Gefangene“ in der DDR ist pauschales schwarz-weiss Denken. Es verdeutlicht, dass gar keine Absicht bestand, sich mit den Ursachen der Verfolgung und Vernichtung so genannter Asozialer, die im Faschismus auf die Spitze getrieben wurde, differenziert zu befassen.

Solche Darstellungen unterstützen eine Wiederbelebung von Sündenbocktheorien gegen Arme, Flüchtlinge, 'people of color', bzw. Menschen anderer Religionen.

 

Ihre Geschichtsvorstellungen unterschlagen ebenfalls, dass in der europäischen Bevölk- erungspolitik der deutschen Faschisten nicht nur der Tod von 6,5 Millionen europäischen Juden geplant war, sondern bei den Vordenkern der europäischen Vernichtung von Beginn an die „Überbevölkerung“ im Fokus stand. Nach dem die Haltung der Bevölkerung vor und während Aktion T4 getestet wurde, konnte die massenhafte Tötung so genan- nter Asozialer unverblümt angegangen werden.

Am 12. Januar 1942 – etwa eine Woche vor der Wannseekonferenz - „wurde in Berlin auch die Ermordung unerwünschter und ´unproduktiver´ nicht-jüdischer Menschen aus dem Reichsgebiet praktisch vorangetrieben. An diesem Tag nahm eine Kommission, der auch Vertreter der Kanzlei des Führers angehörten, im Arbeitshaus Berlin-Rummelsburg eine Art Probeselektion unter den Insassen vor.

Die Kommission versuchte, Kriterien zu erarbeiten, nach denen „Asoziale“ ausgesucht werden sollten, um sie später zu töten.“ - schrieb Götz Aly im Artikel „Medizin gegen Unbrauchbare“ schon 1985. Bereits am 21.07.1941 hatte Hitler in einer Unterredung mit dem stellvertretenden Staatschef des Unabhängigen Staates Kroatiendarauf hinge- wiesen, dass es Menschen gebe, „die nicht ins Staatsgefüge einzuordnen seien“, näm- lich Verbrecher, asoziale Elemente, die auch nicht durch Erziehung, Belehrung und Gefängnis auf bessere Wege gebracht werden könnten. Gegen sie könne man nur eines tun: „Sie vernichten!“
(Hilgruber (Hg.), Staatsmänner und Diplomaten bei Hitler, Bd. I, Frankfurt a. M., 1967, S. 611)

 

Angesichts dessen ist die jetzige materielle Gestaltung des Gedenkortes in den ehemaligen Rummelsburger Arbeitshäusern mehr als mager. Sie kann gerade als ein winziger Schritt hin zu einer geschichtsbewußten Ausgestaltung eines Gedenkortes gesehen werden.

Eine umfassende Aufarbeitung des Umgangs mit armen Menschen in den Zeitabschnitten zwischen 1879 und 1918, 1919 und 1932, 1933 und 1945 im Kontext europapolitischer Absichten, den Nutzungsformen und – funktionen ab Sommer 1945 sowie in der Bundesrepublik steht aus.

Wegen der politischen Bedeutung der Rummelsburger Arbeitshäuser sollte dort Schritt für Schritt ein europäischer Lernort des Erinnerns und Nachdenkens entstehen, in deren Mittelpunkt die Verfolgung so genannter Asozialer im „nationalsozialistischen“ Staat steht.

Er ist als Lernort, Forschungs- und Studienort für SchülerInnen und als Begegnungs- stätte auszugestalten. Grundlage ist eine mit umfangreichen Finanzen ausgestattete universitäre Forschung zum Thema.

Vor dem Hintergrund des Umgangs mit Einkommensarmen in den neoliberalen europä- ischen Staaten und den damit einhergehenden rechten Entwicklungen ist dies eine historische Verpflichtung.

VON ANNE ALLEX

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Armut, Ausgrenzung und Rassismus bekämpfen, statt Betroffene zu kriminalisieren! Die Abzocker sitzen woanders! 

 

14-08-27 Marginalisierte  27. August 2014, 09.30 Uhr,

 Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Str. 1

 

 


Am 27. August will das Bundeskabinett den sozial-rassistischen Referentenentwurf zur kriminalisierenden Mär vom angeblichen "Sozialmissbrauch" per Einwanderung in einen Gesetzesentwurf gießen.

 

Seit Monaten giftet die Bundesregierung entgegen anderslautenden Studien und Statistiken mit rechtspopulistischen, rassistischen und sozialchauvinistischen Argumentationsmustern gegen Menschen u.a. aus Bulgarien und Rumänien insbesondere Roma,um politisch und wahlkampftaktisch motiviert über die Vortäuschung einer angeblichen "Masseneinwanderung in die Sozialsysteme" deren garantierte Freizügigkeit und Teilhabe einschränken zu können. Gleichzeitig sollen die eigene Unwilligkeit und Unfähigkeit der herrschenden Politik bei der Schaffung von Rahmenbedingungen und Konzepten insbesondere für Betroffene von struktureller und institutioneller Diskriminierung und Ausgrenzung, von Rassismus sowie Armut zur seit dem 01.01.2014 geltenden Freizügigkeit für Bulgarien und Rumänien verschleiert werden. Nach 7 Jahren! Übergangsfrist. Der beabsichtigte Gesetzentwurf liegt damit auf einer inhaltlich Wellenlinie mit der Abwehr von Geflüchteten aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina insbesondere Roma über das Konstrukt „sichere Herkunftsländer“ zur leichteren Abschiebung selbiger. Strukturelle und institutionelle Diskriminierung und Armut sowie Ausgrenzung und Rassismus sollen ignoriert, verharmlost und letztendlich als nicht politisch verursacht von Fluchtgründen und Asylrecht sowie dem Recht auf Freizügigkeit getrennt werden. Während dessen bleibt Deutschland nicht nur einer der größten Konstrukteur_innen und Profiteur_innen von Fluchtursachen bzw. Fluchtgründen sowie Nutznießer_innen von Einwanderung, sondern baut diese Rolle auch noch weiter aus.

Die Kriminalisierung, Ausgrenzung und Abwehr der Betroffenen von Armut, Ausgrenzung und Rassismus hat im Verteilungs- und Konkurrenzkampf um einen Anteil am gesamtgesellschaftlichen Reichtum seit der Entstehung der Ware "Arbeitskraft" durchaus historische Kontinuitäten. Dazu werden Menschen systembedingt sowie politisch motiviert in "nützliche" und pauschal stigmatisierend in "unnütze", "unwillige", "unfähige" Menschen eingeteilt, hierarchisiert und ausgegrenzt. Letztere werden dabei pauschalisiert unter den Generalverdacht der Stigmatisierungskonstrukte "Sozialmissbrauch", "Sozialschmarotzer" und "Sozialtourismus" gestellt, kriminalisiert und heute bewußt verstärkt unter rassistischen Vorzeichen mit der "Einwanderungsdebatte" bzw. "Flüchtlingsabwehrdebatte" in Verbindung gebracht.

Ziel ist es u.a. einerseits, Armut und Diskriminierung von den systemimmanenten und politischen Ursachen, Verursacher_innen und
Profiteur_innen zu trennen sowie die Verantwortung für den sozialen Status zu individualisieren und zu ethnisieren, um diese ganz den Betroffenen bzw. Betroffenengruppen selbst zuzuschieben. Andererseits ist insbesondere in Zeiten von Krisen die Strategie der politisch Herrschenden nicht neu, den Kampf zur Sicherung des eigenen sozialen Status (Besitzstandswahrung) nach dem Prinzip "Teile und herrsche" zu verschärfen, nationalistisch aufzuladen und selbst Betroffene zu spalten, zu entsolidarisieren und gegeneinander auszuspielen. Gleichzeitig soll der Anpassungs- und Unterordnungsdruck bis zum bedingungslosen Gehorsam innerhalb der sozial und rassistisch hierarchisierten, gnadenlosen Konkurrenzgesellschaft während des Abbaus des "Sozialstaates", einem verschärften Verteilungskampf und derPerfektionierung von Ausbeutung erhöht sowie weitere Repressionen und
Sanktionen gegen Menschen die diesem Muster nicht folgen wollen oder können, legitimiert und öffentlich annehmbar gemacht werden.

Dies fällt durchaus nicht zufällig auf einen vorhandenen und wachsenden rechten, rassistischen, sozialchauvinistischen und nationalistischen Nährboden, denn wer will schon zu den Verlierer_innen dieses Systems gehören, kriminalisiert und ausgegrenzt werden? Alleine das Glücksversprechen "Partizipation und Teilhabe" an Reichtum und Wohlstand, wenn auch nach ökonomischen "Nützlichkeitskriterien" hierarchisiert und ohne Armut unmöglich, erhöht die Bereitschaft zur vollständigen Unterwerfung und Assimilation, um als "nützlich" im Sinne von Vollzeiterwerbstätigkeit zu gelten, egal unter welchen Umständen und zu welchen Bedingungen. Und der Druck sowie der Umfang nehmen zu, um so mehr die Schere zwischen arm und reich auseinander geht und die sozialen Abstiegsängste wachsen, während sich der Großteil des gesellschaftlichen Reichtums auf immer weniger Profiteur_innen reduziert. Sündenböcke für alle gesellschaftlichen und sozialen Fehlentwicklungen waren und bleiben dabei willkommene Konstruktionen als Projektionsfläche für rassistische und sozialchauvinistische Denkmuster sowie für Ungleichwertigkeitsdenken,zur Erlangung, Erhaltung und Durchsetzung eigener Machtansprüche, Interessen und Profite.

Es wird Zeit sich dagegen zu wehren! Es gibt nur eine Welt und in der wäre genug für alle da! Eine grenzenlose, solidarische Gesellschaft wird es nur zusammen geben! Rassismus, Kapitalismus, Sozialchauvinismus und Nationalismus den Kampf ansagen! Armut bekämpfen, statt von Armut Betroffene zu kriminalisieren!

AK "Marginalisierte-gestern und heute"

 

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Soziale und rassistische Ausgrenzung - historische Kontinuitäten und Brüche!

 

Gedenkstunde: Fr., 13.06.2014, 18:00 - 19:00 Uhr, vor den Verwaltungsgebäuden der ehem. Arbeitshäuser in Rummelsburg, Nähe Hauptstr. 8, 10317 Berlin, (S-Bhf Rummelsburg, zu Fuß ca.10 min o. TRAM 21 - Kosanke-Siedlung)

 

Einführung * Dr. Bernhard Bremberger: Aus dem Zuchthaus Cottbus nach Rummelsburg zwischen 1933-1945 * Lied "Die Gedanken sind frei ..." * Lothar Eberhard: Beispiele von Inhaftierten in Rummelsburg * Anforderungen an einen Gedenkort, N.N. * Blumenniederlegung

 

 

 Gedenkaktion: Sa., 14.06.2014, 14:00 - 17:30 Uhr, Kreuzung Rudi-Dutschke-Str. - Oranienstr. - Axel -Springer-Str., (Busse M29, 248)

 

 

 Musik vom Singenden Tresen und Paul, der Geigerzähler * Aktion "Arbeitsscheu Reich" und Gedenkarbeit - Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute!" * Stigmatisierung von Einkommensarmen heute - Sebastian Friedrich * Rechtsextremistisch motivierte Gewaltverbrechen nach dem NSU - Stewo (Köln) * Rechtsextremistische Gewalttaten in Berlin - S. Seyb (Reach out) * Querkopf e.V. * Bündnis „Niemand ist vergessen“ * "Gedenken an die Opfer der Agenda 2010" *

 

Das Wort haben weitere Initiativen.

 

Wir wollen in diesem Jahr mit einem breiteren Spektrum an die Verfolgten der Kriminalpolizeiaktion "Arbeitsscheu Reich" vom 13.06.1938 erinnern und gegen Kontinuitäten der rechten Gewalt protestieren. Dafür haben wir zwei Termine eingeplant. Der Freitag führt uns zum historischen Ort der Rummelsburger Arbeitshäuser. Am Samstag protestieren wir gegen das Verschweigen rechter Gewalt und erinnern an Opfer der zurückliegenden Jahrzehnte.

 Die Formen der Ausgrenzung und Verfolgung sozial benachteiligter Menschen haben sich gewandelt. Die stereotypen Ressentiments halten sich hingegen in den Köpfen. Sie werden durch die reaktionären Kräfte unserer Tage verbreitet. Für reaktionäres Denken steht auch der Springer Konzern.

 Im Nationalsozialismus waren sozial Benachteiligte und Verfolgte als sogenannte Asoziale und Arbeitsscheue verpönt. Sie wurden verfolgt und in KZs, Kinderheime, Irren- und Tötungsanstalten deportiert.

 Das Stigma "asozial" blieb nach 1945 für die Überlebenden lebenslang wirksam. Nicht zuletzt weil Behördenakten fortgeführt wurden. Sie behinderten ihre Entwicklung und die ihrer Kinder, weil die aus gesundheitlichen und sozialen Gründen Verfolgten nicht als Opfer des Faschismus anerkannt wurden. Würdige Orte des Erinnerns sind rar und oft nur wenig informativ. Orte wie die Berliner Tiergartenstraße 4 sind nur wenigen Aktiven, wie z. B. der Anti-Psychiatrie Bewegung bekannt und werden darüber hinaus nicht genutzt. Auch das Berlin-Rummelsburger Arbeitshaus ist ein bisher kaum benutzter authentischer Ort zum Erinnern und Nachdenken. Die hier begonnene Gedenkortarbeit ist nur ein erster Schritt.

 Zunahme rechter Gewaltverbrechen

Ob der reaktionären Hetze beobachten wir seit den 1990er Jahren aufmerksam sich mehrende rechtsextremistisch motivierte Gewaltverbrechen an Refugees, MigrantInnen bzw. in Deutschland lebenden bzw. beheimateten people of color. Auch Einkommensarme, Behinderte und Wohnungslose zählen zu den Opfern.

 In Folge des NSU Schocks wird die deutsche Kriminalistik in Bezug auf mögliche rechts motivierte Gewalt verstärkt. Die Sichtung alter Fälle der Kriminalgeschichte zeigt heute, das in der Vergangenheit nach rechten Motiven nicht ermittelt wurde und das entsprechende Erkenntnisse nur in wenigen Fällen Eingang in Strafprozessen fand.

 Am 5.12.2013 meldete die Berliner Zeitung, das 3300 ungeklärte Delikte durch das BKA und die für die Polizeiarbeit zuständigen 16 Bundesländer überprüft werden. Heute vergeht keine Woche, in der nicht aus den laufenden Überprüfungen immer neue Verdachtsfällle gemeldet werden.

 

Reaktionäre Sozialpolitik bekämpfen

Angesichts des unsozialen politischen Kurses der Regierungen seit 1994 und seit den "Sozialen" Grundsicherungen von 2005 werden immer mehr Menschen wohnungslos. Erschreckend viele verlieren ihre psychische und seelische Integrität. Ursachen sind sozialer Absturz durch Erwerbslosigkeit, Einkommens- und Energiearmut, Wohnungslosigkeit, schikanöse Ämterbehandlung und Beleidigungen durch die Politik. Die innenpolitischen Verstärkungen der Folgeerscheinungen der Schuldenkrise, die als deutsch-europäische "Schuldenbremse"-Politik auf die BürgerInnen abgewälzt wird, ruft immer stärker rechte Kräfte auf den Plan.

 

Desintegration ist auch ein Sicherheitsproblem

In der Langzeituntersuchung zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeitmit dem Titel "Deutsche Zustände. Unruhige Zeiten"macht die Forschungsgruppe um Prof. Heitmeyer (Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung) mit 61 Punkten die höchste Menschenfeindlichkeit gegen Langzeitarbeitslose aus. Dem folgen mit 59 Punkten die Feindlichkeit gegen den Islam, mit 58 gegen Fremde, mit 51 gegen Obdachlose und mit 34 Punkten der Rassismus. Die Polizistinnen Dr. D. Pollich und J. Erdmann sehen "gesellschaftliche Abwertung aufgrund ihrer gewählten oder zugewiesenen Gruppenzugehörigkeit" als Ursache der Angriffe auf Wohnungslose(Gewalt gegen Wohnungslose, Bundestagung 2013 der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. ). Hierbei tun sich sehr gut Verdienende besonders hervor, aber signifikant auch andere Arme.

Neuer Sozialrassismus scheint auch in der Sozialarbeit auf

Prof. Tim Kunstreich schrieb: "Ich vergleiche das häufig mit dem Ende der 1920er Jahre. Damals war die Sozialhygiene eine dominierende wissenschaftliche Ideologie. Wir erleben heute so etwas wie eine Neosozialhygiene, dass nämlich alle Nützlichkeitskriterien ökonomisch konnotiert werden, aber insofern auch einen Unterschied, als der Rassismus nicht mehr an der Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit festgemacht, sondern in die Verantwortung des einzelnen gelegt wird. Du bist verantwortungslos, wenn du dich nicht sozial so verhältst, dass du in dieser Gesellschaft gut funktionierst. Diese Form von Rassismus ist viel gefährlicher, weil sie nach innen geht und Selektionen hervorruft, bei denen der einzelne sich selber schuldig fühlt und sagt, ich schaffe das nicht, ich kann es ja nicht. Das ist die perfekte Herrschaft."(Interview/008: Quo vadis Sozialarbeit? - ...aber zusammen (SB), http://www.schattenblick.de/infopool/sozial/report/sori0008.html)

 

 Zur Gedenkstunde und zur Gedenkaktion sind alle Initiativen der Antifa, der Erwerbslosen, der Flüchtlinge und Migrant_innen, der Gedenk- und Erinnerungsarbeit an die Verfolgten im NS, zum Mietenstopp, zum Wohnen, gegen Zwangsräumungen etc. herzlich eingeladen.

 

 

Organisation: extramural e. V. - Verein für internationale Bildung gegen soziale Ausgrenzung,

 

Technik: New York Bethanien,

 

Moderation: extramural e. V.

 

Förderung: Stiftung "Menschenwürde und Arbeitswelt", TU ASTA, angefragt: Fraktionsverein DIE LINKE, Netzwerk Selbsthilfe, Volkssolidarität

 

Kontakt:Web: marginalisierte.de Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Veranstalter: Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute!"

 

V.i.S.d.P. A. Allex, Annenstr. 41, 10179 Berlin

 

Beiträge:

 

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extramural e.V. - Verein zur internationalen Bildung gegen soziale Ausgrenzung


lädt ein zu Freitags-Veranstaltungen von März bis Mai ins

HAUS DER DEMOKRATIE UND MENSCHENRECHTE

GREIFSWALDER STRASSE 4
Haltestelle der Tram 4 „Am Friedrichshain“

 

 

Bildnachweis: Kupferstich von Heinrich Aldegreve (1549) Pauperitas, Ort: The British Museum

 

 

 

 

Historische Ursachen und Kontinuitäten der Stigmatisierung sozial Benachteiligter

Der Verein extramural e. V. beschäftigt sich seit Jahren mit den so genannten Asozialen im deutschen Faschismus. Wir haben uns der Frage gestellt, welche Vorläufer das Handeln der Faschisten gegen soziale "Außenseiter" hatte. Wir fanden Kontinuitätslinien für die Vorbehalte vor allem gegen sozial Benachteiligte, die bis in das europäische Mittelalter zurückreichen. Während der Formung des Arbeitsethos in der Auseinandersetzung zwischen Arbeitenden und nicht arbeitenden Armen führten sie im Zuge der Industrialisierung zur Entstehung der Arbeitshäuser bis hin zum deutschen Strafrecht im preußischen Kaiserreich. Mit Hilfe solcher staatlicher Reglementierungen entstanden Stereotype und Klischées, die bis heute überwiegend einkommensarme Menschen stigmatisieren und ausgrenzen. Vor allem sie werden wegen ihrer sozialen Stellung, dem mangelhaften Zugang zu Bildung oder Ressourcen, wie dem "sozialen Kapital" mit Schmähungen, Unterstellungen und Zuschreibungen überzogen. An Beispielen aus der Geschichte der Armenfürsorge und der Stigmata im Faschismus wollen wir Antworten nach den Wurzeln und sozialökonomischen Entwicklungen suchen, die zu Überlieferungen und Kontinuitäten von Stigmata wie z. B. „Arbeitslose sind faul“, „Arbeitslose sind per sé kriminell“, „echte Arbeitslose“ und „faule Bettler“führten. 

Die Vorträge untersuchen neben den Anlässen und Ursachen der Entstehung der Stigmata auch die Gründe für ihre Überlieferungen, Verstärkungen, ihre Nachhaltigkeit sowie ihre heutige Wirkmächtigkeit. Gegenstand sind historische Darstellungen der Formung und Verfestigung der Stigma, ihre Definitionen, die Konstruktionen von Stereotypen und Klischées sowie deren Clusterung. Ziel ist die Vermittlung von und die Auseinandersetzung mit sozialen Zuständen, Zuschreibungen und den daraus resultierenden Handlungen bis hin zur strukturellen Gewalt. 
Wir finden diese Veranstaltungen wichtig, weil in der Wirtschaftskrise zunehmend kranke, alte, behinderte und erwerbslose Menschen mit immer schmaler werdenden Sozialleistungen und öffentlichen Diffamierungen sozialrassistisch gedemütigt werden. Die Stigmatisierung von nicht Erwerbstätigen und nicht Erwerbsfähigen unterstützt als mediale Begleitmusik neoliberale Entwicklungen der Privatisierung und Deregulierung in der öffentlichen und sozialen Infrastruktur zu Gunsten von transnationalen Konzernen und Banken und zu Lasten sozial erforderlicher Prioritäten.

 

Die Veranstaltungen:

Die KZ-Einweisung von „Asozialen“ und „Berufsverbrechern“ im Nationalsozialismus, Rechtsgrundlagen und Verfolgungskategorien

Freitag, den 14.3.2014, um 19:00 Uhr

Ein Referat von Julia Hörath

Die Verfolgung von „Asozialen“ und „Berufsverbrechern“ erfolgte in mehreren Phasen. Dies wird anhand der Rechtsgrundlagen der Einweisung von „Asozialen“ und „Berufsverbrechern“ in die Konzentrationslager erklärt. Dabei wird das Schwergewicht auf die Kriterien gelegt, anhand derer die Zielgruppen definiert wurden. Was bedeutete in diesem Zusammenhang „Vorbeugungshaft“ und „Sicherungsverwahrung“? Und wen meinte man mit der Bezeichnung „Gewohnheitsverbrecher“? An Hand von Fallbeispielen wird dargestellt, wie die in Gesetzen und Erlassen formulierten Haftkriterien in die Praxis umgesetzt und dabei die Kategorien „Berufsverbrecher“, „Gewohnheitsverbrecher“, „Asoziale“ und „Arbeitsscheue“ konstruiert wurden.

Gefangene im Zentralgefängnis Cottbus von 1933 bis 1945 erst für Jugendliche, dann Frauenzuchthaus

Freitag, den 28.3.2014, um 19:00 Uhr

Ein Vortrag von Bernhard Bremberger

Der Fokus richtet sich einerseits auf die Gefangenenarbeit und die Rüstungsproduktion, andererseits auf die besondere Behandlung einzelner Gefangenengruppen. Ein besonderes Augenmerk wird auf „Marginalisierte“ gelegt. Was hatten sie innerhalb der Haft zu erwarten? Was geschah ihnen nach Abbüßung der Strafe?

Historische Wurzeln der Stigmatisierung Armer seit dem Mittelalter

Freitag, den 4.4.2014, um 19:00 Uhr

Ein Vortrag von Anne Allex

Schon immer waren nicht alle Menschen zum Arbeiten in der Lage. Aus den historischen Überlieferungen von ökonomischen, sozialen und religiösen Verhältnissen seit dem Mittelalter ist Armut bekannt. Sie erscheint in Form von BettlerInnen, Landarmen und als Abhängigkeit von Auftraggebern. Wie haben Arme ihr Leben organisiert? Wie wurde das von Besitzenden ideologisch reflektiert? Wie sind die Stigmata gegen soziale Benachteiligte bis hin zur Formung des Arbeitsethos entstanden?

Foto von Anne Allex (2009): Schemen hinter verschlossenen Türen

Festigung der Stigmata gegen sozial Benachteiligte im Zuge der Industrialisierung

Freitag, den 25.04.2014, 19:00 Uhr

Ein Vortrag von Anne Allex

Karl Marx illustrierte an Beispielen u. a. der Webereien und der Nadelmanufaktur die Entwicklung der Produktivkräfte und der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, die zur Entstehung der industriellen Betriebsweise führte. Die Produktivkraftentwicklung sog immer mehr Arbeitskräfte in den Produktionsprozess auf. Was wurde unter Armenfürsorge verstanden? Welche Rolle spielten die Arbeitshäuser in Deutschland? Wie verfestigte sich dabei die Stigmatisierung gegen Erwerbslose?

Stigmatisierung sozial Benachteiligter im Recht, im Verwaltungshandeln und in den Medien in der DDR und der BRD

Freitag, den 16.05.2014, 19:00 Uhr
 
Vorträge von Anne Seeck und der Initiative Gedenkort Uckermark

Kontinuitäten der Stigmatisierung – DDR/ BRD bis heute

Nach 1945 wurden als „asozial“ Stigmatisierte nicht als Verfolgte im deutschen Faschismus anerkannt. Diese Entscheidung im Sommer 1946 schlug sich auch in Ansichten und Gesetzen in beiden deutschen Staaten und in der Ausgrenzung nicht genehmer Personenkreise bis heute nieder.

Wirkmächtigkeit und Nachhaltigkeit des Stigmas „asozial“ nach 1945

Am Beispiel des Umgangs mit einer Person, deren Verinnerlichung des Stigmas und deren Leidensweg wird die Allmächtigkeit des Stigmas erläutert.

Veranstalter: extramural e.V.
Konzeption / Organisation: Anne Allex
Flyer-Desgin: Götz Renger
Förderer: Aktion Mensch e.V.
www.anne-allex.de

 

 

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08.06. "75 Jahre später - Gedenktag an Aktion „Arbeitsscheu Reich“

 

1. Gedenkveranstaltung: 15.00 Uhr – ca. 17.00 Uhr (Aktion „Arbeitsscheu Reich“ 1938)

Zeitzeug_innen: Ilse Heinrich, Rita Vowe (Tochter des ermordeten Boxers Rukeli Trollmann)

2. Ausstellung "Gewalt gegen wohnungslose Menschen im Nationalsozialismus und heute" (BAG Wohnungslosenhilfe e.V.) und Videovorstellung mit DVD Opfer rechter, rassistischer Gewalt (Opferperspektive Potsdam) 17.00 Uhr – ca. 18.30 Uhr

3. Lesung im Rahmen „Lange Nacht der Wissenschaften“ 18.30 Uhr – ca. 20.00 Uhr

- Lebensläufe von Zeitzeug_innen

- Texte zum Thema Soziale und rassistische Ausgrenzung – Zwangsarbeit, Repressionen, Sanktionen, Kontrolle

 

Begleitende Veranstaltungen:

7. Juni 2013 - 19:00 Uhr Gedenkort für sogenannte Asoziale im deutschen Faschismus – Anspruch und Wirklichkeit beim Runden Tisch in Lichtenberg (Mit Lothar Eberhardt & Dirk Stegemann)

8. Juli 2013 - 18:30 Uhr Ursachen und Kontinuitäten der Stigmatisierung von Erwerbslosen im Spiegel der Geschichte (Mit Anne Allex & Anne Seeck)

Aufruf:

Schon weit vor der Machtübergabe an das deutsche faschistische Regime vor 80 Jahren war eine verschärfte Disziplinierungs- und Ausgrenzungspolitik in der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft durch Kriminalisierung und Repressionen legitimiert. Zunehmend kamen auch Argumente hinzu, die „Asozialität“ im Sinne von „Schmarotzertum“ und „Faulheit“ medizinisch-psychiatrisch „erklären“ sollten. Den Höhepunkt pseudowissenschaftlicher Erklärungsmuster bildeten Rassenhygiene und Eugenik, die den medizinisch-psychiatrischen Zuschreibungen noch die rassistisch-biologistischen verstärkt in der Weimarer Republik hinzufügten. Nach der bereits vollzogenen Einteilung der Menschen in „nützlich“ oder „unnütz“, verwertbar“ oder „nicht verwertbar“ wurde nun Leben auch als „wertes und unwertes“ eingestuft und unter Finanzierungsvorbehalt gestellt. Unter den Nazis bedeutete dies neben Entrechtung, Verfolgung, Sterilisation, Gewahrsamnahme bis hin zu Zwangsarbeit, die Ermordung der als „Asoziale“ und „lebensunwert“ eingestuften Menschen in Konzentrationslagern und Tötungsanstalten. Ziel sollte die absolute Ausgrenzung sozialer Randgruppen aus der "Volksgemeinschaft“, die Entlastung der Wohlfahrtssysteme für „anständige Volksgenossen“ sowie die Erschaffung eines "homogenen und gesunden deutschen Volkskörpers“ sein - öffentlich und wahrnehmbar vor den Augen der Gesellschaft, getragen und legitimiert durch sie selbst.  

Ab September 1933 wurde in einer vom Propagandaministerium initiierten Großrazzia im gesamten Reichsgebiet Jagd auf wohnungslose, bettelnde und vagabundierende Menschen gemacht und mehrere zehntausend Menschen festgenommen. Himmler verkündete in einer Rundfunkansprache im Januar 1937 die Ausschaltung von "unverbesserlichen asozialen Elementen" als Aufgabe der Polizei. Darauf hin stieg die Zahl der Insassen in den Arbeitshäusern in weit größerem Ausmaße an: In den Arbeits- und Bewahrungshäusern Rummelsburg z.B. alleine von Mitte 1934 bis Mitte 1935 von 932 auf 1.191 Personen. Im Rahmen der von der Kriminalpolizei zwischen dem 13. und 18. Juni 1938 durchgeführten Aktion "Arbeitsscheu Reich" gegen als "asozial" bezichtigte Menschen wurden erneut mehr als 11.300 Menschen verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Nach einer Durchführungsverordnung von 1938 galt als „asozial“, wer durch „gemeinschaftsfremdes“, wenn auch „nicht verbrecherisches Verhalten zeigt, dass er sich nicht in die Gemeinschaft einfügen will". Wie viele davon genau an den Folgen von Zwangsmaßnahmen oder unmenschlicher Behandlung gestorben oder in Konzentrationslagern und Tötungsanstalten deportiert und ermordet wurden, ist bisher nicht bekannt. Nach derzeitgem Forschungsstand des Arbeitskreises ist aber bekannt, dass bis zu 200 Menschen aus den Rummelsburger Arbeitshäusern zwangssterilisiert worden sind.
Die historische Chance zu einem Bruch mit sozialer und rassistischer Ausgrenzung und der Beseitigung ihrer Ursachen nach 1945 wurde leichtfertig und teils auch bewusst bzw. politisch motiviert vertan. Bis heute sind die Verbrechen an den so genannten „Asozialen“ nicht als „NS-spezifisches“ Unrecht anerkannt und Betroffene kaum entschädigt bzw. rehabilitiert worden. Im Gegenteil. Diese Nichtanerkennung sowie die Verweigerung einer Aufarbeitung tragen bis heute zu einer Aufrechterhaltung und Legitimierung dieses Stigmas und pauschaler Zuschreibungen negativer Eigenschaften zur Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen bei – nicht nur aber insbesondere in Krisenzeiten wird die Konstruktion von Sündenböcken für alle gesellschaftlichen und sozialen Fehlentwicklungen fortgesetzt bzw. verstärkt. Es wird Zeit, den heutigen Kontinuitäten und Brüchen unter Berücksichtigung einer zunehmend heterogenen sozialen und rassistischen Hierarchisierung und dem Einfluss des Prinzips des „Teile und herrsche“ eine verstärkte ursachenbezogene Aufklärung, Solidarisierung und Mobilisierung entgegenzusetzen.

 Info-Blatt zum Herunterladen: http://oberndorfgedenken.de/ASR_Faltblatt.pdf

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Gedenkveranstaltung Rummelsburger Arbeitshaus

 

Am Samstag den 9.6. führten wir unseren alljährlichen Gedenktag, der an die Aktion "Arbeitsscheu Reich" am 13.6.1938 erinnert, unter dem Motto: Zeit zu Handeln, bevor Geschichte sich wiederholt!, durch.

 

Am 13. Juni 2012 jährt sich zum 74. Mal die Durchführung der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ durch die Kriminalpolizei, die die offiziellen „Asozialenverfolgung“ durch das Nazi-Regime darstellte. Die Stigmatisierung und Kriminalisierung sogenannter sozialer Randgruppen wie Obdachlose, Bettler_ innen, Prostituierte, Homosexuelle, Sinti und Roma, Alkoholiker_innen …, die u. a. als „Unangepasste“, „Un- bzw. Minderwertige“, „Unnütze“, „Arbeitsunwillige“ bzw. „Volks- bzw. Gemeinschaftsfremde“ wurde legalsiert. Zehntausende wurden in dieser Aktion „Arbeitscheu Reich“ 1938 in Gewahrsam genommen und in Konzentrationslagern verbracht.

Die ehemaligen Rummelsburger Arbeitshäuser stehen symptomatisch für eine ganze Reihe authentischer Orte von Naziverbrechen, die in den letzten Jahren durch Privatisierung und Kommerzialisierung entsorgt wurden.

 

In den Redebeiträgen am 9.6. wurden der auf den aktuellsten Stand des Gedenkens auf dem Areal des ehemaligen Arbeitshauses und den neuesten Forschungsergebnissen wie die zur Zwangssterilisation von Asozialen im NS eingegangen.

 

Die Kategorie „asozial“ wurde in dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses nicht ausdrücklich erwähnt, wenn gleich es Mediziner gab, die sich dafür einsetzten

 

Wir fordern den Senat von Berlin und die politischen Verantwortliche des Bezirks Lichtenberg auf, die Opfer von Zwangssterilisationen in das geplante Gedenken auf dem Areal
der Rummelsburger Arbeitshäuser als einen Schwerpunkt mit Nennung aller der Namen der Zwangssterilisierten aufzunehmen.

 

Im Bund und den Länder regen wir an Forschungsmittel zur regional- und lokalgeschichtliche Forschung zur Verfügung stellen, um diese Forschungslücke für die vergessene Opfergruppe der „Asozialen“, die in den KZs mit dem Schwarzen Winkel gekennzeichnet waren, zu schließen.

 

Die Forschung zu der NS-Opfergruppe der „Asozialen“ befindet sich immer noch in den Anfängen. Wir fordern in  Berlin einen europäischen Ort des Erinnerns und Nachdenkens zu schaffen, in dessen Mittelpunkt die Verfolgung sogenannter Asozialer im NS-Staat steht - einen musealen Gedenkort, einen Lernort, eine Begegnungsstätte, ein Studien- und Forschungszentrum zur Geschichte der sozialen Ausgrenzung..

Unser Aufruf zum Gedenktag 13.6.12
http://bewegung.taz.de/termine/gedenktag-aktion-arbeitsscheu-reich-zeit-zu-handeln-bevor-geschichte-sich-wiederholt

 

Veranstaltung am morgigen Gedenktag:

 

13.6.12 im Haus der Demokratie, in Berlin, Greifswalder Str. 4 in Berlin-Prenzlauer Bergum 19 Uhr

 

Unrecht an Kindern und Jugendlichen von 1933 - 1945“ und „vergessene Opfer“ als Herausforderung der Erinnerungspolitik mit Eva Nickel von der Sozialabteilung der jüdischen Gemeinde Berlin

 

 Gina Pietsch hat einen deutlichen Standpunkt.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

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Antwortbrief vom 16.03.2015

 

Brief an Tucké Royale zur Anfrage zur Kooperation mit dem Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute!" (Anfrage vom 20.02.2015)

 

Hallo Tucké Royale, hallo Ihr anderen Mitstreiter_innen,



am Freitag haben das Plenum unseres Arbeitskreis „Marginalisierte-gestern und heute!“ und unseres Vereins extramural e.V. - Verein für internationale Bildung gegen soziale Ausgrenzung sich eine Meinung über das Konzept eines „Zentralrates der Asozialen in Deutschland“ und die von Dir/ Euch im Internet verbreiteten Informationen gebildet.



Wir lehnen die Form des Zentralrates als autoritäres und hierarchisches Konstrukt ab. Zentralräte vertraten in der Praxis oft nur Minderheiten großer Personenkreise. Wir kritisieren einhellig die Form des Zustandekommens des Zentralrates. Zentralräte sind gewählte Gremien von verschiedenen Gruppen aus den jeweiligen Gemeinden. Dies hier ist eine Kopfgeburt mit einem selbsternannten und von niemand legitimierten Sprecher. Der Zentralrat kann wegen fehlenden Unterbaus kein äquivalentes Mittel zur Durchsetzung von Forderungen auf einer staatlichen/ politischen Ebene sein. Sein fehlendes demokratisches Gewicht wird durch keinen wissenschaftlichen Beirat ersetzt. Wir empfinden den ZAiD als selbstermächtigende Anmaßung, die politische Gedenkarbeit durch einen Pop-Kakao zieht. Wir sprechen uns dagegen aus, gedenk- und erinnerungspolitische Arbeit in dieser Form theatralisch zu vermarkten.



Wir befürchten, dass dies unsere Zusammenarbeit mit Überlebenden, Zeitzeug_innen, Wissenschaftler_ innen und allen anderen von Einkommensarmut gezeichneten bzw. sich damit kritisch befassten Menschen und Initiativgruppen sowie der Vereinigung des Naziregimes-Bund der AntifaschistInnen e.V., in der einige von uns mitarbeiten, diskreditiert.

 

Inzwischen haben wir in Erfahrung gebracht, dass auch andere politische Initiativen und Einzelpersonen, die mit dem Thema seit Anfang der 1990er Jahre befassen, nicht zur Konzepterarbeitung hinzugezogen wurden, wohl aber eine Verwertung ihrer Arbeitsergebnisse ohne deren Kenntnis und Zustimmung bereits geplant ist. Unangebracht finden wir, dass Ihr Euch vorhandene Formen wie z.B. den Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen einfach aneignet, der bereits seit Jahren als politische Veranstaltung – aber nicht am 30.04. - stattfindet. Wir hätten uns weit vor dem Zustandekommen eines Konzeptes einen Austausch gewünscht.



Euren kulturalistischen Ansatz finden wir ungeeignet für das Thema. Das Konzept ist philologisch fragwürdig, insbesondere wenn da von fremdrassigen Asozialen die Rede ist. Wir finden es arrogant und eklig, wenn da ernsthaft behauptet wird, dass Obdachlosigkeit und Armut etc. selbst gewählte Lebensentwürfe seien. Anmaßend erscheint ebenfalls die Aufgabe des ZAiD, Arme und Obdachlose an der politischen Arbeit und Organisation des ZAiD zu beteiligen und sie unter dem Dach der Körperschaft öffentlichen Rechts zu verteidigen. Immer wieder versuchen selbsternannte und gutmeinende Vertreter/ Körperschaften, Arme und Obdachlose unter ihr Dach/ ihre Führung zu versammeln. Das scheitert regelmäßig, weil Einkommensarme, Erwerbs- und Wohnungslose seit Ewigkeiten eigene städtische, regionale, bundes-, europa- und weltweite Organisationsformen, Vernetzungen und Publikationsinstrumente haben, die jedes Mal von den neuen Dächern/ Führer_innen ignoriert werden, weil dies nicht in ihr Weltbild passt. Gut gemeint ist eben nicht gut!



Danke für das Angebot! Wir benötigen keine Promoter_innen. Wir haben eigene Filmemacher_innen, Webdesigner_innen und publizieren selbst. Wir haben Mailinglisten, Kooperationspartner_innen in Deutschland, im deutschsprachigen Raum, in Europa und der Welt. Wir führen jährlich mindestens sechs Veranstaltungen/ Aktionen in Berlin durch, oft auch in anderen Städten. Auf unserer jährlichen Berliner Aktion haben wir Euch noch nicht gesehen.



Ihr geht von einem westlichen Identifikationsbegriff aus. Der Zentralrat der Asozialen will eine Lobby ersetzen. Das würde voraussetzen, dass sich Verfolgte des Nazi-Regimes mit dem Stigma „asozial“ identifizieren. Das tut niemand, da es sich eben nicht um eine menschliche Charaktereigenschaft handelt. Hier geht es weder um Satire und noch um Pop. Denn diese von außen durch die Nazis zugeschriebene Stigmatisierung hat tausenden Menschen das Leben gekostet. Sie hat auf immer ihren Ruf ruiniert und ihre Leben, die ihrer Kinder und Kindeskinder verdorben. In diesem Kontext ist allein die Vorstellung eines „asozialen Empowerments“ zynisch. Einem Kollegen haben sich bei diesem Termini, wie er sagte, „die Fußnägel hochgerollt“.

Auf einer der unendlich vielen Internetseiten von ZAiD und Tucké Royale wird nach der Premiere bei Kampnagel auf ein Tortenessen mit Inge Hannemann hingewiesen. Das erinnert an den Spruch: "Wenn Ihr kein Brot habt, dann esst doch Gebäck!", den Marie-Antoinette 1782 abgelassen haben soll.



Im Konzept ist nicht erkennbar, wer überhaupt angegriffen wird. Auch kommt dort die Zeit des deutschen Faschismus viel zu kurz. Krass ist die Übertragung des Termini „asoziale“ Marginalisierte in die Jetzt-Zeit. Dies verharmlost die tausendfachen Nazi-Morde an sogenannten Asozialen auf Polizeiwachen, auf Straßen, in Wäldern, in Psychiatrien, in Konzentrationslagern, bei der Vernichtung durch Arbeit und in Tötungsanstalten. Denn so erscheinen die Zeiten als gleichgestellt. Solchen psychologisierenden Standpunkt vertreten wir nicht, sondern wir sehen eine Singularität der Naziverbrechen.



Der Arbeitskreis "Marginalisierte-gestern und heute!" möchte nicht kooperieren. Die angesprochenen Einzelpersonen sehen aus o.g. Gründen keine Grundlage für ihre Mitwirkung am wissenschaftlichen Beirat des ZAiD. Dennoch können wir uns eine Diskussion im Nachgang Deiner/ Eurer Theatervorstellungen vorstellen, da wir zumindest positiv fanden, dass Ihr den Umgang mit den sogenannten Asozialen im deutschen Faschismus und in der Nachkriegszeit sowie das Schweigen der Bundesrepublik Deutschland in der Hülle der Kunst verpackt, ansprechen und verstärken wollt.



Sechs Personen würden sichin Berlin eineVorstellungam 30.04.2015 ansehen, 10 Euro Festpreis je Person in der Studiobühne Я des Maxim – Gorki - Theaters können wir aber nicht aufbringen.



Mit freundlichen Grüßen

Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute!",

extramural e.V. - Verein für internationale Bildung gegen soziale Ausgrenzung

 

 

 

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Berlin, 22.11.2013

 

Erklärung des Arbeitskreises „Marginalisierte – gestern und heute!“

 

zum Entwurf der Interessenbekundung (Verfasser: Herr R. Klemke) zur Vorlage am Runden Tisch „Gedenkort Rummelsburger Arbeitshäuser“ zur Abstimmung am 22.11.2013

 

 

  1. Schlussfolgerung: Jedwede Form einer Ausschreibung zum derzeitigen Zeitpunkt halten wir für formell und inhaltlich nicht tragbar.

Begründung:

a) inhaltlich:

Die jetzige Ausschreibung, beginnend mit der Interessenbekundung hat u. E. keine

sachliche und inhaltlich - historische Grundlage, denn Forschungsergebnisse zu den

ehemaligen Rummelsburger Arbeitshäusern in allen ihren Zeitetappen sind nicht

hinreichend aufgearbeitet und ausgeschöpft. Die Zeitetappen sind zum Teil falsch

abgebildet. Es gibt keine klaren, nachvollziehbaren Abgrenzungen der historischen Etappen

dieses Ortes (Kaiserreich, Weimarer Republik, Zeitraum 1945-1951, Zeitraum 1989 -1990,

danach).

 

Die Schwerpunktreduzierung auf den Faschismus und die DDR birgt die Gefahr

einer Verharmlosung der Naziverbrechen und pauschalen Dämonisierung der DDR über eine

Gleichsetzung. Zu dem werden gesamtgesellschaftliche und zeithistorische

Zusammenhänge, Verhältnisse und Entwicklungen nach 1945 ausgeklammert.

 

Diese sind nur im Kontext des „Kalten Krieges“, der Auseinandersetzung zweier entgegengesetzter

Gesellschaftsmodelle und somit bei gleichzeitiger Thematisierung von Entwicklungen in der

BRD wissenschaftlich-analytisch aufzuarbeiten. Dem Vorwurf des Geschichtsrevisionismus

und der Verharmlosung des deutschen Faschismus bzw. der Dämonisierung der DDR sollte

so von vornherein entgegen gewirkt werden.

 

Eine Reduzierung der Thematik „Geschichte sozialer, rassistischer und gesellschaftlicher Ausgrenzung“ am

Beispiel der Geschichte der ehemaligen Rummelsburger Arbeitshäuser auf die DDR auf Grund einer

regionalen, standortbezogenen Zuschreibung ist daher verkürzt und wissenschaftlich unhaltbar. Unrecht und

soziale Ausgrenzung gab es in beiden deutschen Staaten. Die Herauslösung und Isolierung der

DDR-Geschichte der ehemaligen Arbeitshäuser Rummelsburg aus den historischen Kontinuitäten und

Brüchen sowie zeitgeschichtlichen Kontexten, läuft einer grundsätzlichen Aufarbeitung entgegen. Darüber

hinaus ist die suggerierte und unhinterfragte Konstruktion zweier angeblich homogener Betroffenengruppen,

der „politisch Verfolgten“ und der „Kriminellen“ so weder formell noch wissenschaftlich-analytisch haltbar bzw.

aufgearbeitet.

 

Eine Ausschreibung zur künstlerischen Ausgestaltung, zu dem begrenzt und ohne ein inhaltliches und

gestalterisches Konzept oder einer Auswertung/Aufarbeitung zu einem so hoch komplexen Thema wie

einhundertzehn Jahre soziale Ausgrenzung über völlig unterschiedliche Zeitepochen und

Gesellschaftsformationen mit Schwerpunkt auf die Naziverbrechen ist ein inhaltsleeres Placebo als

Deckmantel für „Nichtaufarbeitung“. Dies lehnen wir ab.

 

b) formell-strukturell:

 

Bisher gab es ausschließlich eine Konstituierung einer so genannten Expertenkommission

sowie einen „Runden Tisch“, der Veranstaltungen zum Wissenstand einzelner Akteur_innen

und Besuche von Gedenkstätten durchgeführt hat. Auswertungen sowie Diskussionen zu

einem Gedenkortkonzept, der inhaltlichen und/oder künstlerisch-darstellerischen Form gab

es bis heute weder intern noch öffentlichkeitswirksam und transparent nach außen. Dies

widerspricht den ursprünglichen Intentionen eines breit getragenen Erinnerns, Gedenkens

sowie eines für weitere Forschungen offenen Ortes durch den „Runden Tisch“ unter

Einbeziehung aller Interessierten und Beteiligten. Nach wie vor konstatiert der Arbeitskreis

eine intransparente und oft nicht nachvollziehbare Vorgehensweise einzelner Akteur_innen

und ihrer Interessen des „Runden Tisches“, wie z.B. der jetzt vorliegenden

Interessenbekundung in Vorbereitung einer bestimmten Form einer Ausschreibung.

 

Eine gemeinsame Planung oder gemeinsame Vorbereitungen und Absprachen gibt es kaum.

Weder finanzielle noch zeitliche Sachzwänge dürfen, wie schon bei den beiden

Gedenktafeln, weiterhin jede inhaltliche Auseinandersetzung behindern bzw. verhindern

oder Schnellschüsse produzieren. Dies ginge zu Lasten eines breit und öffentlich

getragenen Gedenkortes sowie der Qualität und nachhaltigen Wirksamkeit.

Hier sind weitere Forschungen und Differenzierungen notwendig. Inhaltlich gibt es daher

keine hinreichende Grundlage, auf der Gestalter_innen einen Projektvorschlag für eine

Gedenkortausgestaltung machen könnten.

Unsere Vorschläge vor der Diskussion über eine Ausschreibung sind deshalb:

 

• 25 Jahre Mauerfall: Themenjahr in Bezug auf soziale Ausgrenzung zu erweitern, über den

ausschließlichen Themenbezug DDR hinaus Vorbereitung und Durchführung einer Geschichtskonferenz zu

den ehemaligen Arbeitshäusern Rummelsburg mit Vorstellung aller bisherigen Ergebnisse und eines

gemeinsam erarbeiteten Konzeptes

  • Ansetzung von Forschungsprojekten einschließlich -anträgen zu den ehemaligen

    Rummelsburger Arbeitshäuser in all ihren Zeitabschnitten und all ihren Verfolgtengruppen

    an Berliner Universitäten und Hochschulen sowie Stiftungen etc.; beispielhafte Darstellung

    von Personen und soweit möglich ihrer Lebensläufen vor, während und nach der

    Inhaftierung in den ehemaligen Rummelsburger Arbeitshäuser in den einzelnen Zeitetappen.

  • Aufarbeitung der Betroffenengruppen nach heutigen Maßstäben und Sichtweisen im

    Wahrnehmungs- und Bildungsbereich, aber auch im juristischen Bereich zu den

    marginalisierten Häftlings - "Gruppen" im deutschen Faschismus, die feststellen, dass

    Begriffe wie "Asoziale" und "Berufsverbrecher" sowie alle damit verbundenen Unterbegriffe (z.B.

    "Zigeuner", "Unterhaltssäumige") , Prototypen (z. B. Prostituierte", "Homosexuelle") und angebliche

    Diagnosen (z. B. "Schwachsinn", "Psychisch abartig" etc.) pauschale und zielgerichtet - ausgrenzende

    Konstrukte sind, die dem Wort- und Gruppengehalt nach keine Verwendung finden dürften. Dies betrifft

    ebenso Begriffskonstrukte wie "Kriminelle" und "Politische" in der DDR, die die Gruppen pauschal und

    völlig undifferenziert darstellen. Es gibt keine pauschal homogenen Opfergruppen in der DDR

    (ausschließlich) und auch keine regionale Reduzierbarkeit von Straftatbeständen.

  • Definition einer Zeitschiene und Diskussion eines inhaltlichen Konzeptes zur Gestaltung

    eines Gedenkortes in den Rummelsburger Arbeitshäusern am Runden Tisch für einen

    Gedenkort. Einbeziehung relevanter geschichtswissenschaftlicher Einrichtungen und

    Einzelpersonen wie Topografie des Terrors, Aktives Museum, Berliner VVN - BdA e.V. und an der

    Gestaltung interessierte Einrichtungen, Vereine etc. wie die BBK in den Diskussionsprozess

  • Von vornherein ein Konzept mit beständiger inhaltlicher und örtlicher Erweiterbarkeit für

    einen Gedenkort mit Dokumentationszentrum als Lernort mit Studien- und Forschungszentrum sowie

    Begegnungsstätte, was im Text des Interessenbekundungsverfahrens und der

    Ausschreibung sichtbar und festgeschrieben werden muss

  • Ergebnisoffene Diskussion der Gestaltungsformen besuchter Gedenkorte hinsichtlich der

    Anwendbarkeit ihrer Gestaltungsformen und deren Übertragbarkeit auf das Areal der ehemaligen

    Rummelsburger Arbeitshäuser und Findung eines gemeinsamen Vorschlages für Rummelsburg

  1. organisatorisch:

    Weder in Expertenkommissionssitzungen noch an den Sitzungen des Runden Tisches wurde unsere

    Kritik aufgegriffen bzw. erst auf Verlangen ins Protokoll aufgenommen, wenn überhaupt (z.B.

    Gedenktafeldiskussion, Zeitetappendarstellung (Tafelherstellung), Darstellung Verfestigung der

    geschlechtsspezifischen Stigmatisierung im Mai).

    Unsere Vorschläge und die des Herrn O. Gaida finden sich nicht im Protokoll vom 23.8.2013. (Option

    für die Erweiterung des Gedenkortes offenlassen und Ausschreibung erweiterbar gestalten (Herr

    Gaida) sowie historisches Hintergrundwissen in Gestaltungsvorschläge einbeziehen (Herr W. Müller)).

    Die Frage der Zielgruppen von Frau Geyler von Bernus für die Gestaltung wurde nicht diskutiert. Die

    Kritik zum Layout wegen zu wenig und zu kleinen Text auf Tafeln wurde nicht diskutiert, sondern nur

    pauschal behauptet, die Leute würden nicht viel lesen. Der Vorschlag einer geschlossenen

    Ausschreibung Frau Geyler von Bernus vom Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart wurde

    weder auf der Sitzung erklärt noch diskutiert oder festgelegt. (Einige Auszüge)

Auszug aus dem Protokoll der Versammlung des Arbeitskreises „Marginalisierte - gestern und heute“ am 15.11.2013

 

Frau Allex betonte, dass der Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute!" mit dieser Intervention nicht nur der vorliegenden Interessenbekundung nicht zustimmt, sondern in ihr und der folgenden Ausschreibung auch nicht als beteiligter Akteur genannt sein will und sich als Struktur vom Runden Tisch "Gedenkort in den Rummelsburger Arbeitshäsuer" zurückzieht. Einzelnen Mitstreiter:innen des Arbeitskreises bleibt es bei Interesse unbenommen, die Treffen weiter zu besuchen,; sie sprechen dann für sich und nicht im Namen des Arbeitskreises "Marginalisierte - gestern und heute!" und sie sollen auch wegen ihres Erscheinens und ihrer Zugehörigkeit zum o. g. Arbeitskreis wegen ihrer Teilnahme oder ihrer Redebeiträge zum Arbeitskreis als nicht zugehörig bewertet werden.

 

Weiterhin spricht sich Frau Allex dahingehend aus, dass mit einem nicht vorhandenen inhaltlichen Konzept zu einem Gedenkort in den Rummelsburger Arbeitshäusern Künstler_innen und Gestalter_innen die Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung zugeschoben wird und sie im Anschluss als Sündenböcke für nicht erfüllte Erwartungen einzelner Mitstreiter_innen des o .g. Runden Tisch herhalten müssten. An einer derartigen Instrumentalisierung will sich der Arbeitskreis nicht beteiligen.

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